BBT-Gruppe
 
 
 
 
 

26.09.2017

Patientenverfügung

Selbst entscheiden – Patientenverfügung schreiben!

Jeder Mensch hat das Recht, selbst über Art und Umfang seiner medizinischen Versorgung zu bestimmen. Seit 2017 steht die Selbstbestimmung des Patienten auch im Berufskodex der Mediziner, dem Genfer Gelöbnis. Mit einer Patientenverfügung kann man dieses Recht wahrnehmen, wenn man in einer medizinischen Akutsituation seinen Willen nicht äußern kann. 

 

Eine solche Willenserklärung verpflichtet nicht nur Ärzte und Pflegekräfte dazu, sich nach ihr zu richten. Sie erleichtert auch Angehörigen und Ärzten die Last einer solchen Entscheidung. 

Durch eine Patientenverfügung kann Angehörigen eine große Last abgenommen werden.
Durch eine Patientenverfügung kann Angehörigen eine große Last abgenommen werden.

Gut zu wissen:

  • Je genauer Sie Ihre Wünsche beschreiben, desto exakter können und müssen sie erfüllt werden. Allgemeine Formulierungen wie „keine lebensverlängernden Maßnahmen“ sind nicht rechtsverbindlich. Die Maßnahmen müssen benannt werden, zum Beispiel: „keine künstliche Beatmung oder Sauerstoffzufuhr“ oder „keine Bluttransfusionen“. 
  • Begründungen für Ihre Wünsche können helfen, sie besser zu verstehen und etwaige Zweifel beseitigen. 
  • Sie können in Ihrer Patientenverfügung auch Wünsche über die medizinische Therapie hinaus festhalten, zum Beispiel nach religionskonformer Ernährung. 
  • Mit einer Vorsorgevollmacht können Sie bestimmen, wer darüber wachen soll, dass Ihre Patientenverfügung in Ihrem Sinne durchgesetzt wird. Diese Person kann Ihren Willen notfalls auch gerichtlich erstreiten. 
  • Mit einer Betreuungsverfügung regeln Sie zudem, wer Ihre Rechtsgeschäfte wahrnimmt, wenn Sie das nicht mehr können. 
  • Sie können in Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung auch Ersatzpersonen benennen, falls die erstgenannte Person selbst nicht in der Lage ist, Ihre Interessen zu vertreten. Ebenso können Sie Personen nennen, die das auf keinen Fall tun sollen. 
  • Die eigene Patientenverfügung kann man jederzeit widerrufen oder ändern – schriftlich und mündlich. Selbst durch Gesten oder Mimik können Sie Ihren Willen gegenüber Ärzten und Pflegepersonal noch kundtun. 
  • In der Notfallmedizin sind Patientenverfügungen nur bedingt wirksam, da ein Notarzt sie in der Eile in den seltensten Fällen berücksichtigen kann. Seine Aufgabe lautet: Leben retten! 

Lassen Sie sich beraten, um sich über Ihre eigenen Wünsche klar zu werden und sie rechtswirksam zu formulieren. Sprechen Sie Ihren Hausarzt an, wenden Sie sich an die nächste BBT-Einrichtung oder eine andere caritative Einrichtung in Ihrer Nähe. 

Mehr Infos

Musterformulare für Patienten- und Betreuungsverfügungen sowie Vorsorgevollmachten gibt es im Internet, zum Beispiel beim Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz unter www.bmjv.de und bei der Bundesärztekammer unter www.bundesaerztekammer.de 

Die Deutsche Bischofskonferenz, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) haben gemeinsam eine aktualisierte Neuauflage der Broschüre „Christliche Patientenvorsorge“ veröffentlicht. Mehr Infos dazu auf www.dbk.de 

Text: Jan D. Walter | Foto: timyee/Shutterstock.com

 
 
 

Artikel finden

 

Artikel-Übersicht

 

Das könnte Sie auch interessieren

 
  • Für den guten Durchblick

    Für den guten Durchblick

    Wir können beide Augen zudrücken, jemandem schöne Augen machen, Tomaten auf den Augen haben oder ein Dorn im Auge sein. Millionen hochsensibler Sinneszellen und Nervenbahnen lassen ein dreidimensionales Bild der Welt für uns entstehen. Umso mehr trifft es uns, wenn wir nicht mehr mit einem blauen Auge davonkommen. Bei rund fünf Prozent aller Augenerkrankungen, die sich pro Jahr ergeben, ist schnelle Hilfe gefragt. Eine Anlaufstelle ist das Zentrum für Augenheilkunde am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier.   

     
  • Dem Schmerz die Stirn bieten

    Dem Schmerz die Stirn bieten

    Jahrelang hat Silvana Doman körperlich hart gearbeitet. Heute ist ihr das unmöglich. Starke Schmerzen in Schultern und Rücken haben die 49-Jährige sogar gezwungen, ihre Hobbys aufzugeben. Nun hat sie den Schmerzen den Kampf angesagt. Mit der Unterstützung der Speziellen Schmerztherapie im Krankenhaus Tauberbischofsheim will sie zurück in ihr Leben.   

     
  • Organspende: Ein Ringen um den richtigen Weg

    Die Zahl an Spenderorganen ist nach mehreren gesetzlichen Initiatven immer noch zu niedrig. erfreulich. Allerdings reicht das noch nicht aus. Daher will der Bundestag noch in diesem Jahr über zwei Vorschläge abstimmen, die sehr unterschiedliche Strategien vorsehen. Eine Einschätzung von Oberarzt Michael Kiefer aus dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier.   

 
 

Diese Website verwendet Cookies.
Unsere Cookies helfen uns dabei, Ihnen ein bestmögliches Surferlebnis zu bieten und unsere Website ständig für Sie zu verbessern. Mit dem Klick auf den Button „Akzeptieren“ erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Diese Verwendung können Sie durch das Klicken auf die vorhandene Schaltfläche individuell einstellen. Weitere Informationen über die Nutzung von Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.