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Peter-Friedhofen-Jahr 2019
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Peter-Friedhofen-Jahr 2019

200 Jahre und kein bisschen leise

1.400 BBT-Mitarbeitende feiern den Geburtstag Peter Friedhofens in Trier

Mit dem großen Mitarbeiterfest am 27. Juni 2019 in Trier erreichte das Jubiläumsjahr, das die BBT-Gruppe und die Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf anlässlich des 200. Geburtstags des seligen Bruders Peter Friedhofen seit Februar 2019 feiern, einen weiteren Höhepunkt. Rund 1.400 Mitarbeitende waren nach Trier gekommen, um gemeinsam zu feiern und ihrer Entschiedenheit für Menschen Ausdruck zu geben.

Ein Tag wie gemacht, um einen Geburtstag zu feiern: strahlender Sonnenschein, viele Gäste, gelöste Stimmung, gutes Essen und Trinken, zahlreiche Begegnungen und Gespräche, doch auch Raum und Zeit zum Innehalten und Reflektieren. Für die rund 1.400 Mitarbeitende aus allen Regionen und Einrichtungen aus dem Saarland, aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg begann der Tag um 11 Uhr mit einem feierlichen Pontifikalamt im Trierer Dom mit Bischof Stephan Ackermann und musikalischer Begleitung des Projekt-Chors mit BBT-Mitarbeitenden. Bischof Ackermann betonte in seiner Predigt, wie gut er das Motto des Jubiläumsjahres findet, denn wer sich entschieden für Menschen einsetze, habe das Evangelium verstanden und könne sich der Anerkennung Jesu sicher sein. Trotzdem wisse er auch, wie schwierig es sei, diesem Auftrag jederzeit gerecht zu werden, weil wir Menschen seien, mit all unseren Fehlern, Schwächen und Sünden. „Es ist gut, dass es Menschen wie Peter Friedhofen gibt, die alles auf eine Karte setzen und nach dem Evangelium leben, sozusagen als glühender Kern. Es braucht aber auch Menschen wie Sie, die gemeinsam als Dienstgemeinschaft an diesem Auftrag mitarbeiten und ihn weitertragen“, schloss er seine Predigt.

 

Entschieden für Menschen

Im Anschluss begrüßten BBT-Geschäftsführer Dr. Albert-Peter Rethmann und Bruder Peter Berg, Generaloberer der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf, die Mitarbeitenden zum Fest der Begegnung in der ehemaligen Abteikirche St. Maximin. Wenn man einen zweihundertsten Geburtstag feiere, sagte Rethmann, sei nicht damit zu rechnen, dass das Geburtstagskind selbst dabei sei. Doch wenn man genau hinschaue, so der BBT-Geschäftsführer, dann sei das Geburtstagkind sehr wohl anwesend: „Alle unsere Mitarbeitenden tragen etwas von Peter Friedhofen in sich und sind damit in diesem Jahr ebenfalls Geburtstagskinder. Es geht heute nicht um einen längst Verstorbenen, wir feiern an diesem Tag, dass das lebendig ist, was Peter Friedhofen begonnen hat. Sein Werk und seine Entschiedenheit für Menschen werden durch unsere Mitarbeitenden in ihrem täglichen Dienst weitergeführt.“

„Entschieden für Menschen“ – unter diesem Motto steht das gesamte Jubiläumsjahr. „Die Entschiedenheit für Menschen begleitet uns seit den Anfängen. Sie soll uns auch weiterhin bei unserer täglichen Arbeit stärken“, sagte Bruder Peter Berg über das Jubiläumsmotto. „Ich spüre eine große Sehnsucht, dass diese Worte spürbar sind, eine Sehnsucht, dass Gott auch durch unsere Arbeit, unsere Ideen und unseren Einsatz diese Welt verändert und sie lebenswert macht und erhält. Wir können etwas dafür tun, dass für alle Menschen der Himmel in ihr Leben strahlt, weil wir uns mit Gott auf den Weg machen, der entschieden für Menschen ist.“ 

Auch ein Ständchen zu Ehren aller anwesenden Geburtstagskinder durfte nicht fehlen

Geburtstagsständchen Mitarbeiterfest Trier

Zum Geburtstag gab es ein Geschenk des Kunst- und Kulturvereins am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier – einen musikalischen Lebensweg Peter Friedhofens

Ein musikalisches Geschenk zum Mitarbeiterfest

Ein neues Porträt für einen Charakterkopf

Sichtbar – im wahrsten Sinne des Wortes – wurde an diesem Tag Peter Friedhofen dann allerdings doch noch, wenn auch nur in Acryl und Sprühlack: Der Graffiti-Künstler Daniel Lisson gestaltete live über mehrere Stunden hinweg ein neues großformatiges Porträtbild des Ordensgründers, während die Mitarbeitenden Gelegenheit hatten, ihm dabei über die Schultern zu schauen. Im Interview mit der Moderatorin Judith Hens, Referentin Unternehmenskommunikation in der Zentrale der BBT-Gruppe, erzählte der Kölner: „Ich kannte Peter Friedhofen vor diesem Auftrag nicht, bin aber sehr beeindruckt, denn was er in seinem recht kurzen Leben geschafft hat, ist erstaunlich. Mit welcher Hingabe er sein Werk angegangen ist, ohne zu wissen was daraus wird, das verdient Respekt.“

Er müsse sich zwar in die Vita der Person einlesen, aber er wolle ihm Vorfeld nicht zu viel über die Person erfahren, um sie nicht zu sehr aufzuladen, erklärte Lisson seine Herangehensweise. Porträts seien ohnehin sehr schwierig, weil sie eine Momentaufnahme seien, das Leben der Person aber aus viel mehr bestehe. Nach Beendigung seiner Arbeit am Abend zeigte sich der Künstler von der Atmosphäre des Festes begeistert: „Die Menschen waren sehr gut gelaunt, unvoreingenommen und haben viel mit mir über mein Werk gesprochen und ihr Feedback gegeben. Ich hätte das bei einem ordensgeführten christlichen Unternehmen nie erwartet, dass sie so aufgeschlossen sind und den Ordensgründer durch einen  Street-Art-Künstler neu interpretieren lassen.“ 

 

Den Glauben in die Welt hinaustragen

Bei einer Talkrunde kamen der Trierer Bischof Stephan Ackermann, BBT-Aufsichtsratsvorsitzender Bruder Alfons Maria Michels, der Vorsitzende der erweiterten Gesamt-Mitarbeitervertretung der BBT-Gruppe Christian Mosen und die Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin am Bildungscampus des Katholischen Klinikums Koblenz ∙ Montabaur Esther Reurik miteinander über Peter Friedhofen und sein Erbe ins Gespräch. 

Die Talkrunde im kurzen Überblick

"Ein Schornsteinfeger hat den Wunsch einen Orden zu gründen – Wie hätten Sie reagiert?" (Bischof Stephan Ackermann)

„Ich hätte ähnlich reagiert wie Bischof Wilhelm Arnoldi“, bestätigt Bischof Stephan Ackermann seinen damaligen Vorgänger. „Damals herrschte eine vibrierende Aufbruchsstimmung unter den Menschen, die eine Zuwendung hin zu den Menschen forderte. Bischof Arnoldi wollte Peter Friedhofen helfen, deswegen verwies er ihn an die bestehenden Krankenpflegeorden. Als er aber erkannte, dass Peter Friedhofen eine neue Radikalität, ein neues Feuer mit sich brachte, unterstützte er ihn bei der Gründung des Ordens, auch ohne öffentliche Genehmigung. Das war nicht selbstverständlich, in einer Zeit in der viele dem Glauben und der Kirche kritisch gegenüberstanden. Peter Friedhofen gründete seinen Orden in einer Zeit des Umbruchs und genau das ist wichtig, denn wir kommen nur da voran, wo Menschen sagen ꞌich riskiere wasꞌ. Wenn dieses Vorhaben gottgewollt ist, kann es keiner kaputt machen.“

„Du wirst Krankenschwester – gibt´s nichts Besseres?“ (Auszubildende Esther Reurik)

„Nach dem Abitur habe ich während eines Freiwilligendienstes in Afrika Grundschüler in Sport unterrichtet. Anschließend studierte ich auf Lehramt, merkte aber schnell, dass das nicht das Richtige für mich ist“, erklärte die Auszubildende Esther Reurik. „Aus Afrika habe ich die Erfahrung mitgenommen: Geben gibt einem selbst etwas. Mit einer Krankenschwester als Mutter fiel mir die Entscheidung dann leicht. Ich bereue meinen Weg nicht, denn ich spüre jeden Tag die Dankbarkeit der Patienten und merke, dass ich etwas Gutes tue. Mehr noch – jeder der sich für einen Pflegeberuf entscheidet, tut ganz Deutschland etwas Gutes.“

"Entdecken Sie nach so langer Zeit noch Neues an Peter Friedhofen?" (Bruder Alfons Maria Michels)

„Ich bin jetzt seit 1986 Ordensmitglied und lerne immer wieder Neues über Peter Friedhofen“, erzählte Bruder Alfons Maria, Vorsitzender des Aufsichtsrates. „Dass er jungen Menschen zugewandt war wusste ich, vor kurzem hörte ich jedoch eine Geschichte, die diese Zuwendung nochmals verdeutlichte. So lebten im Konvent in Koblenz immer wieder junge Menschen mit den Brüdern zusammen. Als der Konvent in Trier ein Klavier geschenkt bekam, ließ Peter Friedhofen dieses nach Koblenz transportieren damit seine jungen Mitbewohner das Instrument erlernen konnten.“

„Die Entschiedenheit seines Wirkens in Kombination mit absolutem Gottvertrauen faszinieren mich: Friedhofen pflegte einen Mann, der sich das Schienbein gebrochen hatte. Als er sah, dass der Mann nichts mehr zu essen hatte, schickte er einen jungen Ministranten nach Hause, um Kartoffeln zu holen. Dieser erwiderte: ꞌAber wir haben doch selbst nur noch wenige.ꞌ Woraufhin Peter Friedhofen ihn trotzdem gehen ließ. Am folgenden Tag gab Friedhofen dem Ministranten zwei Säcke in die Hand und sandte ihn in die Clemensstraße, denn eine ansässige Familie schenkte ihnen Kartoffeln. Peter Friedhofen lebte in dem Wissen, dass er für alles was er gibt auch wieder etwas zurückbekommt. Er vertraute auf die schützende Hand Gottes.“

"Entschieden für Menschen, trotz Themen wie Ressourcen, Personaluntergrenzen, Wirtschaftlichkeit?" (eGMAV-Vorsitzender Christian Mosen)

„Wenn wir über Peter Friedhofen reden, sprechen wir über mehr als nur Gesetze und Regeln“, begeistert sich Christian Mosen, Vorsitzender der erweiterten Gesamt-Mitarbeitendenvertretung, „Vielmehr hat er uns eine Grundeinstellung mit auf den Weg gegeben, nämlich sich für den Menschen einzusetzen. Dem wollen wir gerecht werden, indem wir jeden anhören und mitdiskutieren lassen. Natürlich sind Ressourcen, Personaluntergrenzen und Wirtschaftlichkeit auch bei uns aktuell, unsere Hausoberen sorgen jedoch für ein Gleichgewicht. Bei diesen Fragen kann auch die Dienstgemeinschaft mitdiskutieren in einem Maße, dass neue Mitarbeitende immer wieder überrascht. Ein äußerst wichtiger Bestandteil ist die Solidarität der Gemeinschaft untereinander und die ist bei uns bedingungslos gegeben: Ich habe es selbst erlebt, dass ein Kind schwer erkrankte und alle Kollegen sofort und ohne Zögern einsprangen. Das bedeutet für mich entschieden für Menschen zu sein.“

 

Statements für die Entschiedenheit für Menschen

Im Laufe des Nachmittags waren dann alle Gäste dazu aufgerufen, ihrer Entschiedenheit für Menschen Stimme und Gesicht zu geben: in der Fotobox, in der Videobox und mit handschriftlichen Statements setzten sich die Mitarbeitenden auf ganz unterschiedliche Art und Weise mit dem Jubiläumsmotto auseinander. Fast jeder Gast zeigte seine Entschiedenheit für Menschen durch einen Button auf der Brust, schon vor der Ankunft in Trier. Vor dem Dom wurde die Vielfalt der Dienstgemeinschaft sichtbar und es trafen sich Menschen, die sonst vielleicht nur miteinander telefonieren, von Angesicht zu Angesicht. Regelrechte Schlangen bildeten sich vor der Fotobox, denn jeder wollte von diesem besonderen Tag eine Erinnerungen mit nach Hause nehmen und sich mit dem Leitmotto identifizieren. Auch in der Videobox kamen Konstellationen zusammen, die so sonst nicht entstehen würden: So gab BBT-Geschäftsführer Dr. Albert-Peter Rethmann zusammen mit einem jungen Mitarbeitenden der Kita St. Martin ein Statement in der Videobox ab.

 

Dank, Innehalten und Aufbruch

Um 17 Uhr schloss der Tag mit einer Abschluss-Andacht in St. Paulin, die musikalisch von den Trierer Sängerknaben begleitet wurde. „Am Ende einer Wallfahrt, am Ende eines Tages in der großen Gemeinschaft der Mitarbeitenden versammeln wir uns noch einmal: zum Dank, zum Innehalten und zum Aufbruch“, begrüßte Bruder Peter die Mitarbeitenden. „Entschieden für Menschen – diese Worte sind heute ganz oft gesagt, gehört, gelesen worden. Sie begleiten dieses Jahr, sie begleiten unseren Dienst, sie begleiten uns, wenn wir nachher aufbrechen und wenn wir an den vielen Orten wieder unsere Arbeit aufnehmen. Entschieden für Menschen – diese Worte sollen uns stärken.“ 

Schlüssel-Impuls

Dr. Peter-Felix Ruelius, Leiter des Zentralbereichs Christliche Unternehmenskultur und Ethik in der Zentrale der BBT-Gruppe, sprach in seinem Impuls von den Schlüsseln des Himmelreichs. Nach alter Überlieferung aus der Geschichte der Religionen halte Gott drei Schlüssel in seiner Hand: Den ersten Schlüssel, der den Himmel öffnet, um den Regen auf die Erde strömen zu lassen. Der zweite Schlüssel sei der Schlüssel der Gebärenden, der ihren Schoß öffne und dem Neugeborenen den Weg ins Leben freigebe. Der dritte Schlüssel sei der Schlüssel zum Reich der Toten, der Schlüssel, der die Verstorbenen wieder lebendig mache. Jeder dieser drei Schlüssel überwinde eine Grenze, so Ruelius. „Unsere Schlüssel, die wir bei uns tragen, sind vielleicht weniger bedeutungsreich, doch sie sind für uns wichtig. Das merken wir spätestens, wenn wir den Haustürschlüssel suchen oder ihn vergessen haben. Mindestens zwei Schlüssel tragen wir jedoch an keinem Schlüsselbund, obwohl sie doch die wichtigsten sind: den Schlüssel zu unserem eigenen Inneren und den Schlüssel zum anderen Menschen“, sagte er. „Der Schlüssel zu mir selbst, das ist die Liebe und Zustimmung zu mir. So wie ich bin, bin ich gut und von Gott auf diese Welt gestellt. Der andere Schlüssel ist der Schlüssel zu meinen Mitmenschen. So vielfältig wie die Menschen sind, so vielfältig sind die Schlüssel zu ihnen. Allen gemeinsam ist: Nur wenn ich meinen Nächsten annehme und liebe wie mich selbst, werde ich den richtigen Schlüssel zu ihm finden.“ Als Ermutigung erhielten alle Besucher am Ende des Gottesdienstes einen kleinen Schlüsselanhänger, der an die beiden unsichtbaren Schlüssel – zum eigenen Inneren und zum anderen Menschen – erinnert und „dafür steht, dass wir entschieden und mit Liebe zu den Menschen unterwegs sind“, so Ruelius. 

 

Mehr zum Jubiläumsjahr finden Sie hier:

 

Fotos: BBT-Gruppe/Harald Oppitz

 
 
 
 
 
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